Indexzertifikate

Indexzertifikate, auch "Indexpartizipationsscheine", "Partizipationsscheine" oder "Participation Units" genannt, verbriefen ein Recht auf Zahlung eines Geld- oder Abrechungsbetrags, dessen Höhe vom Wert des zu Grunde liegenden Index am Fälligkeitstag anhängt.

Die Laufzeit der Zertifikate ist üblicherweise mehrjährig. Während der Laufzeit finden in der Regel keine periodischen Zinszahlungen oder sonstige Ausschüttungen (z.B. Dividende) statt.

Als Anleger können Sie durch den Kauf eines Indexzertifikates an der Entwicklung des zu Grunde liegenden Index partizipieren, ohne die im Index enthaltenen Wertpapiere einzeln zu kaufen.

Funktionsweise

Der Preis eines Indexzertifikats verläuft im Allgemeinen mit den Bewegungen des Index parallel, positiv wie negativ. Ein steigender Index führt in der Regel zu höheren Preisen des Zertifikats; ein rückläufiger Index zu sinkenden Zertifikatspreisen.

Grundlagen

Index

Ein Index ist ein künstliches Gebilde, um die Entwicklung an Wertpapiermärkten darzustellen. Bei Wertpapierindizes sind neben Rentenindizes vor allem Aktienindizes die häufigste Erscheinungsform. Aktienindizes werden, wie andere Indizes auch, in einer einzigen Zahl ausgedrückt. Veränderungen im Stand eines Aktienindex spiegeln die Kursveränderungen der ihm zu Grunde liegenden Aktien wider. Aktienindizes sind insofern Gradmesser für die Entwicklung an Aktienmärkten. Entsprechendes gilt für Rentenindizes, die Kursveränderungen der Anleihemärkte darstellen.

Bekannte Aktienindizes sind die amerikanischen Indizes Dow Jones und S&P 500® , der japanische Nikkei 225®, der europäische Dow Jones STOXX®, der deutsche DAX® , der britische FT 100® oder der französische CAC 40® . Der deutsche DAX® beispielsweise setzt sich aus 30 inländischen Standard-Aktien zusammen.

Aktienindizes können auch eine bestimmte Zusammensetzung von Aktien einer Branche oder eines Aktienkorbes abbilden. Zunehmend veröffentlichen auch einzelne Emissionshäuser individuell zusammengestellte Indizes und begeben gleichzeitig hierauf bezogene Zertifikate. Zusammensetzung, Anpassungsmodalitäten und Zeiträume ergeben sich aus den jeweiligen Zertifikatsbedingungen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Indizes:

  • Preis-Indizes
  • Performance-Indizes

Bei der Berechnung eines Performance-Index, z. B. des DAX®, werden nur die vom Markt ausgelösten Kursveränderungen berücksichtigt; Dividende und Bezugsrechte werden automatisch rechnerisch wieder in die Aktien investiert. Anders ist dies bei einem Preis-Index, z. B. dem S&P 500®, der die reine Kursentwicklung und damit auch die bei der Dividendenzahlung vorgenommenen Kursabschläge der Aktien nachzeichnet.

Preis

Der Preis des Indexzertifikats entspricht in der Regel dem in der Höhe des Index zum Ausdruck kommenden Preis der zu Grunde liegenden Titel oder eines Bruchteils hiervon. Zum Beispiel wäre bei einem Bezugsverhältnis von 1:10 und einem Index von 1.000 der Preis des Zertifikates etwa € 100, während er bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 etwa € 1.000 wäre. Indexzertifikate, denen ein Preis-Index zu Grunde liegt, können mit einem Abschlag zum Indexstand notieren, der dem aktuellen Wert der erwarteten Dividendenzahlung der im Index enthaltenen Aktien entspricht.

Handel

Indexzertifikate werden börslich und/oder außerbörslich gehandelt. Der Emittent stellt in der Regel täglich fortlaufend An- und Verkaufskurse für die Zertifikate. Als Anleger können Sie dann bis zum Ende der Laufzeit jederzeit zu Marktpreisen Zertifikate kaufen und verkaufen.

Rückzahlung in bar - keine Lieferung

Bei einem Indexzertifikat erwerben Sie keinen Anspruch auf die dem Index zu Grunde liegenden Wertpapiere; so kann bei einem Aktienindex nicht die Lieferung der Aktien verlangt werden. Es erfolgt vielmehr bei Rückgabe oder bei Fälligkeit eine Zahlung in Höhe eines Abrechnungsbetrags, der sich nach dem Stand des zu Grunde liegenden Index richtet.

Laufzeit

Die Laufzeit von Indexzertifikaten ist in der Regel mehrjährig und kann unter Umständen vom Emittenten verlängert werden.