Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand

Die öffentliche Hand bedient sich zur Finanzierung ihres Kapitalbedarfs einer Reihe von Kapitalmarktinstrumenten: Dazu zählen die öffentlichen Anleihen, die vom Bund (d. h. der Bundesrepublik Deutschland), seinen Sondervermögen (z. B. Bahn, Post) sowie ferner von den Gebietskörperschaften (Bundesländer, Städte und Gemeinden) begeben werden.

Emissionen des Bundes

Der Bund begibt - neben den Bundesanleihen und den Bundesobligationen - auch Bundesschatzbriefe sowie so genannte Finanzierungsschätze. Die beiden letztgenannten Anleiheformen werden, im Gegensatz zu den Bundesanleihen und Bundesobligationen, nicht an der Börse gehandelt.

Bundesanleihen und Bundesobligationen

Unter "Bundesanleihen" werden im Allgemeinen die langfristigen, börsengehandelten Schuldverschreibungen des Bundes verstanden (Laufzeit 10-30 Jahre); mit "Bundesobligationen" wird ihre mittelfristige Variante bezeichnet (Laufzeit: 5 Jahre). Beide Anleiheformen sind regelmäßig mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Ausgabepreise sind variabel.

Bundesschatzbriefe

Mittelfristige Schuldverschreibungen des Bundes. Bundesschatzbriefe sind mit einem Festzins ausgestattet, der im Verlauf der Anlagezeit steigt.

Bei Typ A (Laufzeit: 6 Jahre) erfolgen Emission und Rückzahlung zum Nennwert. Die Zinsen werden jährlich nachträglich gezahlt.

Auch Typ B (Laufzeit: 7 Jahre) wird zum Nennwert begeben, die Zinsen allerdings werden während der Laufzeit angesammelt und zusammen mit dem Kapital bei Fälligkeit ausgezahlt.

Finanzierungsschätze

Kurzfristige Schuldverschreibungen des Bundes nach Art der Zero Bonds: Die Verzinsung erfolgt durch Zinsabzug (Diskont) vom Nennwert; d. h. Finanzierungsschätze werden mit einem Disagio emittiert und bei Fälligkeit zu pari zurückgezahlt (Laufzeit: 1 oder 2 Jahre).

Die Schuldverschreibungen des Bundes werden als so genannte Wertrechte begeben, die in das Bundesschuldenbuch eingetragen werden. Das bedeutet, dass keine effektiven Stücke (Wertpapierurkunden) dieser Papiere existieren. Als Anleger können Sie zwischen Depotgutschrift (Sammelanteil) und EinzeIschuldbuchforderung wählen: Bei der Einzelschuldbuchforderung wird Ihr Anteil in das Schuldbuch gesondert eingetragen und von der Bundesschuldenverwaltung direkt geführt.