Preisbildung für die Anteile

Der Rücknahmepreis eines Investmentzertifikats (Anteilspreis) ist derjenige Preis, zu dem die Fondsgesellschaft zurückgegebene Investmentanteile einlöst. Der Rücknahmepreis ergibt sich aus dem Gesamtwert (Inventarwert) des Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der umlaufenden Fondsanteile. Der Rücknahmepreis des Anteilscheins entspricht demnach dem Wert des Anteils am Sondervermögen .

Der Wert eines Sondervermögens ist bei Wertpapierfonds von der Depotbank unter Mitwirkung der Kapitalanlagegesellschaft börsentäglich auf Grund der jeweiligen Kurswerte der zu ihm gehörenden Wertpapiere, Bezugsrechte und Wertpapier Optionsrechte, zuzüglich des Werts der außerdem zu ihm gehörenden sonstigen Vermögensgegenstände (abzüglich aufgenommener Kredite und sonstiger Verbindlichkeiten) zu ermitteln.

Dies geschieht auf Basis der an dem jeweiligen Tag notierten Börsenkurse. Dabei werden zunächst die durch Kauf oder Verkauf veränderten Wertpapierbestände ermittelt. Aus der Multiplikation des gesamten Wertpapierbestands mit den neuen Kursen ergibt sich der Kurswert des Sondervermögens. Zu dem Kurswert werden Barguthaben, Forderungen und sonstige Rechte addiert und aufgenommene Kredite und sonstige Verbindlichkeiten abgezogen (Inventarwert).

Für Wertpapiere, die weder an einer Börse zum Handel zugelassen noch in einen organisierten Markt einbezogen sind, ist der Verkehrswert, der bei sorgfältiger Einschätzung unter Berücksichtigung der Gesamtumstände angemessen ist, zu Grunde zu legen.

Beim Kauf von Investmentanteilen wird auf den Wert des Anteils am Sondervermögen, der dem Rücknahmepreis entspricht, in der Regel ein Ausgabeaufschlag erhoben. Dieser Ausgabeaufschlag wird in Prozent des Rücknahmepreises ausgedrückt. Der Rücknahmepreis, erhöht um den Ausgabeaufschlag, ergibt den Ausgabepreis.

Sofern Investmentanteile ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden, entspricht der Ausgabepreis dem Rücknahmepreis. Diese Fonds werden z. B. Trading Fonds oder No-load-Fonds genannt.

Anteilkäufe und -verkäufe der Anleger beeinflussen den Anteilspreis nicht unmittelbar: Die Preisbildung erfolgt nicht durch Angebot und Nachfrage am Markt. Die Geldein- und -auszahlungen bei Ausgabe und Rücknahme von Anteilen verändern zwar den Inventarwert insgesamt, sind aber automatisch mit einer Erhöhung oder Verminderung der Zahl der umlaufenden Zertifikate verbunden: Dadurch bleibt der Inventarwert pro Anteil gleich.

Ausgabepreise und Rücknahmepreise (ebenso der zinsabschlagsteuerpflichtige Zwischengewinn) der einzelnen Investmentfonds werden regelmäßig zusammen veröffentlicht.